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::: 10. September 2006

 Showtime für Apple: Aufbruch in eine neue Welt?   ein Kommentar

Während in der Nachrichtenwelt die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm herrscht, bietet sich Gelegenheit, die Erwartungen der vergangenen, stürmischen Wochen zu sortieren und einen Ausblick zu wagen. Mit zwei Wörtern spannt Apple die gesamte Medienwelt auf die Folter:  »It’s Showtime«.  Am 31. August tauchte das Gerücht vom »Special Event« auf und wurde - nach einiger Verwirrung - am 5. September von Apple mit der offiziellen Einladung an ausgewählte Medien bestätigt.

imageDie Veranstaltung findet am 12. September um 19 Uhr MEZ in San Francisco statt und wird für die europäischen Journalisten in das Londoner Mermaid Theatre übertragen. Nach allem, was wir wissen, dient anschließend die - am gleichen Tag eröffnete - Pariser Apple Expo als öffentliche Ausstellung:  Exponate, die möglicherweise in London gezeigt werden, sollen über Nacht nach Paris transportiert werden und dort am 13. September zu sehen sein. Wir von Mac Essentials werden nicht in Paris sein können, Termine hierzulande verhindern das leider. Ich hoffe, dass das Blogger-Netzwerk trotzdem interessante Eindrücke liefern wird.

Was wird Apple zeigen? Erste Meldungen tippten auf den iTunes Movie Store, die zweite Generation der iPod nanos, einen iPod mit höherer Speicherkapazität zum gleichen Preis und neue iMacs mit 23 Zoll-Screen und Core 2 Duo-Prozessor. Letzteren stellte Apple dann bereits am vergangenen Mittwoch vor - sogar mit 24 Zoll-Bildschirm; iPod-Upgrades werden - wenn überhaupt - wahrscheinlich eher eine Nebenrolle spielen und auf der großen Pressewelle mitreiten. Als zentrales Ereignis gilt aber die vermutete Vorstellung des iTunes Movie Stores, wenige Tage nachdem Amazon, der größte Online-Händler der Welt, seinen Filmladen eröffnet hat. Allgemein gehen Gerüchtesites, Analysten und die Presse davon aus, dass Apple - anders als Amazon - eine Lösung liefern wird, die seinen Movie-Store direkt mit dem häuslichen Fernseher verbindet. Technisch sollte es sich dabei um eine neue, videofähige Version der altbekannten drahtlosen Airport-Station handeln, die in Europa ohnehin seit dem 1. Juli aufgrund einer neuen Umweltschutz-Gesetzgebung nicht mehr verkauft wird. But there’s more:

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Wahrscheinlich wird sich Apple zunächst mit einer Teillösung seiner Vision eines volldigitalen Medienzentrums begnügen: man wird erst einmal nur Kauffilme und -Videos sowie DVDs, aber keine Fernsehprogramme mit dem System ansehen können. Aber das ist reine Spekulation: die für ein echtes »iHome« notwendigen Komponenten existieren seit langem, z.B. mit Elgatos diversen EyeTV-Angeboten, mit denen jede Form des digitalen und analogen Fernsehens empfangen und aufgezeichnet werden kann. Ob Apple diesen Markt anderen Anbietern überlässt oder solche Komponenten in einem integrierten System unter dem Apple-Logo zusammenführt, wird man abwarten müssen.

Aber auch ohne Fernseh-Empfang hatte Apple ganz offensichtlich eine Menge vertraglicher und logistischer Probleme zu überwinden, bis es sein »Anfang bis Ende«-Erfolgsmodell auch auf den Film- und Fernsehbereich ausdehnen konnte.  Ich glaube, dass Walt Mossbergs Artikel aus dem Mai den Schlüssel zum Verständnis von Apples Vorgehen liefert: Steve Jobs wird keine Entwicklung in die Welt setzen, die nicht von Anfang bis Ende den Apple-Stempel trägt. Apples Trumpf ist die Fähigkeit zur Integration aller Teile eines Systems (auch Prozessoren sind nur Teile), die im heutigen Markt nur Apple so genau aufeinander abstimmen und vermarkten kann. Nur dieses »Anfang bis Ende«-Modell erklärt den Triumph des iPods und des iTunes Music Stores, und nur dieses Modell hat Apple in der übermächtigen Windows-Welt überleben lassen. Jobs wird am 12. September vielleicht nur einen Teil seiner Vision vorstellen, dem noch Zulieferer, Vertriebsmärkte oder Ausbaustufen wie der Video-iPod oder ein TV-Empfänger fehlen: auf jeden Fall aber wird es ein funktionierendes All-in-One-System sein, das vom reibungslosen Kauf bis zum zwanglosen Lümmeln auf der Couch alles berücksichtigt. Und wenn es so kommt, werden - wie beim iTunes Music Store - die grauen Eminenzen der Filmindustrie Schlange stehen, um ihre Medien darüber verkaufen zu können.
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[Foto von My Life as a Hint] So gesehen hat AppleInsider hoffentlich Recht mit seiner Erwartung, dass Apple »etwas Größeres, etwas Besseres, etwas, das jeder haben will« präsentiert. Wobei genau das eigentlich das Rätsel ist, auf das bisher niemand eine Antwort weiß: wird es jeder haben wollen? Ist Film-Verkauf über das Internet überhaupt ein Business? Niemand weiß das, denn anders als bei der Musik gibt es bei Download-Filmen zwar eine illegale Szene, die jeden neuen und alten Film im Netz verteilt - aber sie ist bei weitem nicht so gross wie die der Musikpiraten a’la Napster, auf deren »Kundenpotential« die ersten legalen Musikstores aufbauen konnten.  Und schließlich geht es hier nicht um ein paar MegaByte wie bei einem Musik-Album, sondern um GigaByte. Die bisherigen Videoclip- und Serien-Angebote im iTMS und in anderen Online-Stores werden zwar ganz gut verkauft, aber insgesamt sind diese Versuchsballons bisher eher ein Ausprobieren und Abtasten des Marktes. Keiner der großen Mitspieler will natürlich den Aufbruch in ein neues Medien-Zeitalter verpassen, aber wie daraus ein profitables Geschäft werden soll, steht noch völlig in den Sternen. Ein riesiger Massenmarkt wie die Online-Musik dürfte das digitale Filmgeschäft in nächster Zeit nicht werden, aber in ein, zwei Jahren kann es soweit sein - bis dahin werden wir in Europa wahrscheinlich sowieso in die Röhre schauen, in die alte, nicht mit dem Internet verbundene nämlich.

It’s Showtime: Apple fordert wieder einmal die Welt heraus und will endlich die Welt der Computer und die Welt der Medien zusammenführen. Ich persönlich bin ziemlich sicher, dass das »große Bild« so in etwa stimmt - die Details, die Ausführung und der Anspruch, mit dem Apple am 12. September antritt, sind es, die dieses Ereignis so spannend machen. 

10.09.06 - 7:00 Uhr von majo (Mac Essentials) | Permalink | Rubrik Kommentar  | 24 Kommentar(e), 1183x besichtigt | IRC-Chat | E-Mail an die Redaktion |
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(Fritz Anderson)


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Ich bin ein Bewohner des digitalen kleinen gallischen Dorfs. Ein Mac-User. Ich habe ein Betriebssystem, das nach einem Raubtier benannt ist, nicht nach einem Rind.
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To this technical-ninny it’s clear
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Are again within sight
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(Virginia Campbell, 100 Jahre)


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The Macintosh may only have 10 5 3 2,5 3 5 % of the market, but it is clearly the top 10 5 3 2,53 5 %!
(Douglas Adams)


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