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Gerüchte, falsche Fährten und kein Ende vom 22.01.10

Vor dem Launch des iPhones vor rund drei Jahren bewies Apple, dass es Neuentwicklungen perfekt vor der Welt verbergen kann: Apple streute falsche Hardware- und Software-Prototypen, ließ selbst enge Kooperationspartner wie Cingular (später AT&T) völlig im Dunkeln und führte die Presse an der Nase herum - über zwei Jahre lang. Am Ende waren es die gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichungen der Federal Communications Commission, die Steve Jobs bewogen, die Katze am 11. Januar 2007 aus dem Sack zu lassen. Auch leitende Apple-Manager sahen damals das iPhone zum ersten Mal.

Man kann getrost davon ausgehen, dass es diesmal nicht anders ist: das Tohuwabohu der Gerüchte zum Apple-Tablet dient mehr der Ver- als der Enthüllung. An die vielen Details, die Tage vor dem Apple-Event aus »vertrauenswürdigen Quellen« sprudeln, wird man sich in einer Woche kaum noch erinnern. Das Körnchen Wahrheit ist schwer zu finden…

Vielleicht stimmen ja diese »doppelt geprüften« Gerüchte, die iLounge meldet: das Tablet wird zwei Konnektoren haben, mit denen es waagerecht oder senkrecht in sein Dock gestellt werden kann. Die Rückseite des Tablets soll aus Metall sein, mit einer Aussparung zum Durchlass der Signale der drahtlosen Netzverbindung.  Diese, so glaubt iLounge, wird über eine eingebaute WLan-Verbindung hergestellt, und optional auch über Mobilfunknetze - was natürlich die Frage nach der Preisgestaltung aufwirft.

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Die »bewährten Einschätzungen« der AppleInsider-Quellen weissagen, dass das Design des Tablets weitgehend dem des iPhones gleicht: es sieht den Quellen zufolge »bemerkenswert ähnlich aus« wie eine Bildmontage aus dem vergangenen Sommer (oben)- wobei dieser Darstellung einige Details wie Home- und Lautstärke-Knopf fehlten. Die Bilder des Front-Bauteils des Tablets, die MacObserver bereits zweimal veröffentlicht hat, würden zu diesen Aussagen passen.

Andere Gerüchte glauben an eine Tablet-Zusammenarbeit von Apple und Verizon - Meldung dieser Art geisterten allerdings schon vor fast einem Jahr herum: BusinessWeek schrieb damals, Apple habe Prototypen zweier drahtloser Geräte entwickelt, die bald über Verizon vertrieben werden sollen: ein »iPhone Light« und ein »Media-Pad«. Eine der zahlreichen falschen Fährten, die Apple gelegt hat...? [Update 7:45 Uhr:] Fox meldet, dass Apple in last minute-Verhandlungen mit Verizon und AT&A steht. Demnach werde es zwei Tablet-Versionen für die unterschiedlichen Netz-Technologien CDMA und GSM geben.

Aber auch die Mac Essentials haben einen »exklusiven Informanten« zu bieten, der »dicht an der Quelle sitzt«: demnach hat Apple im vergangenen Herbst mit der in Europa weitgehend unbekannten Firma ACN verhandelt, die u.a. Videotelefonie zu Pauschalpreisen und als Flatrate anbietet. Unserem Gewährsmann zufolge wollte ACN sein Angebot auf das mobile Apple-Gerät bringen und war auch als Vertriebspartner im Rennen. Das in jüngsten Gerüchten beschriebene Feature der Gesichtserkennung würde zu mobiler Video-Telefonie passen: ein Handheld ist nicht unbeweglich wie ein Heim-Gerät - deshalb muß das aufgenommene Gesicht erkannt, getrackt und seine Darstellung stabilisiert werden.

Ob wir mit dieser Info im Schwarzen liegen oder uns gründlich blamieren, werden wir am Mittwoch abend sehen: dann wird - so oder so - auch unser brandneuer Cloud-Ticker mit Twitter-Chat eingeweiht… ;) Danke d1 group, danke Björn!


bisschen Senf dazu?
von am 22. Jan um 7:14 Uhr

Am liebsten würde ich die Augen und Ohren zumachen wollen und erst am Mittwoch Abend wieder aufmachen. Da mich ein Tablet grundsätzlich mehr reizt als ein Computer-Handy a la iPhone bin ich noch gespannter als vor 3 Jahren, was für ein Paket Apple hier schnürt. :)


von am 22. Jan um 10:20 Uhr

Revolutionäre Zeiten - und ich bin mitten drin. Wäre da nicht mein schnuckeliges Macbook Pro, mit dem ich mittels Quicklook, Coverflow und animierter Dockleiste auf jedem Meeting der King bin (sie sind ja sooo leicht zu beeindrucken), dann würde ich beim iPad (<mundartgag> hört sich an wie der kölsche Versuch, ein Pferd in den Schlachthof zu locken </mundartgag>) sofort zuschlagen.

BTW - o. 1.Absatz »...die Steve Jobs gewogen...« ? Wohl eher bewogen (von bewegen), oder hat doch die Federal Communications Commission Steve Jobs gewogen? ;-)


von majo (Mac Essentials) am 22. Jan um 10:46 Uhr

Moin Karl! Da wir gerade bei Mundart sind:

bewogen - alter nautischer Ausdruck für schaukelnde Schiffe ("die steife Brise bewogte das Schiff").

iPad - kölscher Ausruf beim Anblick von Salami ("Iiiiiiiii - Pääääd!!")


von der Uli am 22. Jan um 11:59 Uhr

Lebendig-Ticker ist klasse, Danke! Und tröstet euch: Am Mittwoch werden zwingend 2/3 der Glakugeln umgetauscht werden müssen, bei all den Gerüchten, die sich gegenseitig ausschließen. Das übernächste Produkt von Apple ist auch klar: iKnow, Kristallkugel im Unibody-Desing, zur Vorhersage weiterer Apple-Produkte.
(Watt das andere anjet: dat is keine Dialekt, dat is ene Diagnose)


von am 22. Jan um 12:24 Uhr

Ein Buch in dem beispielsweise die Entwicklung des iPhones oder des Tablets, von der ersten Idee bis ein Jahr nach Einführung, beschrieben wird wäre mit Sicherheit ein garantierter Verkaufserfolg.


von am 22. Jan um 13:08 Uhr

Interessant auch die lokale Verwendung von “bewagen” für das Abstellen/Einparken eines KFZ.
Beispiel: “Vorsicht, die Garage wird gerade von Karin bewagt!”
Daher auch das Verb “wagen” für den beherzten Umgang mit einer gefährlichen Situation.

(Bei Heise würden sie jetzt fragen: “ Ist schon wieder Freitag?) ;-)


von Marks am 22. Jan um 14:15 Uhr

Juchu, der AT&A-Bug ist wieder da ;-)


von majo (Mac Essentials) am 22. Jan um 14:35 Uhr

umpf.... ;) Ich lass ihn mal stehen (den AT&A-Bug), damit alle was davon haben ;)

Karl - es IST Freitag.


von rödel am 22. Jan um 15:56 Uhr

Hier auch noch mal eins, sieht ganz schön echt aus:

http://img694.imageshack.us/i/islate2.jpg/


von am 22. Jan um 21:56 Uhr

@rödel: Wenn das echt wäre, wäre es für mich ok. Schlicht und doch elegant und nicht zu sehr “iPhone XXXL”.


von amort am 24. Jan um 1:56 Uhr

Cool MacEssentials hat ein Informant! Ihr solltet die News von den Verhandlungen besser rausbringen als so nebenbei erwähnen!


von PHPGangsta am 24. Jan um 23:51 Uhr

Ist das nun als gutes Marketing zu bezeichnen? Google macht das ähnlich, erstmal die Gerüchteküche ankurbeln, und nachher kommt garnicht so der Brüller dabei heraus. Scheint wohl immer mehr in Mode zu kommen.


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